Alien: Isolation Review

Alien:Isolation ist nach kurzer Zeit kein Nachfolger des ach so schlechten Titels Alien:Colonial Marines, sondern in der Tat ein sehr gutes für sich selbst stehendes Spiel.
Das Setting beginnt mit den letzten Sätzen von Ellen Ripley aus dem ersten Alien Film und bietet uns direkt einen kalten Einstieg in das Spiel, denn alle anderen Besatzungsmitglieder der Nostromo sind tot. Nach 15 Jahren wurde nun der Flugschreiber der Nostromo auf einer Raumstation, der Sevastopol, gefunden und dieser beinhaltet wohl Informationen über die Geschehnisse auf der Nostromo.
Warum das wichtig ist? Nun unsere Protagonistin von Alien:Isolation heißt Amanda Ripley und ist, wer es bisher noch nicht wusste, die Tochter der damaligen letzten Überlebenden Ellen Ripley. Diese will natürlich über das Verschwinden der Mutter mehr erfahren und eventuell gibt es sogar Hoffnung, dass diese noch lebt? So ziehen wir von dannen mit unserem Androiden Samuels und der Rechtsbeauftragten Taylor mit der Crew der Verlaine. Leider hat es keiner von ihnen mit uns zusammen auf das Schiff geschafft, weswegen wir erst einmal alleine auf der Sevastopol herum irren dürfen.
Schnell wird klar, hier ist etwas faul, und damit haben wir eigentlich alles gesetzt an Story, was wir benötigen, denn alle Charaktere die wir kennen lernen bleiben leider nicht lange bei uns und auch unsere Verbündeten… naja… spielt das Spiel selbst, hier Spoiler ich mal lieber nichts für euch. 😉
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Die Ripley-Edition beinhaltet 2 DvDs und den Steam-Key für die Verbindung mit dem Valve Clienten. Updates werden so fix von Steam aus übertragen für den besten Spieleinstieg ab dem ersten Tag.
Dazu gibt es ein Konzeptartbook, 2 DLC Codes und ein Flyer für die “Alien-Filme”. Wichtig zum Buch zu sagen: es ist nur ein kleiner Ausschnitt vom richtigen Artbook, weswegen der Titel auch: Das Design von Alien Isolation, heißt.
Installationsgröße 23,3 GB.
Abgesehen von dem wunderbaren Setting der Sevastopol, ist auch das Optische Gefühl wie in einem 80er Film. Das Licht wurde richtig genutzt um alles sehr futuristisch aber auch realistisch ausehen zu lassen. Leider ist das Gameplay daneben sehr schwach. Klar, es geht um das Alien, was sich erst einmal 2 Stunden im Spiel bitten lässt und lustiger weise immer wieder als kleiner Schatten in Türen auftaucht, aber richtig Spannung kann ich dadurch nicht spüren.
Weitere Gegenspieler sind nebst den Überlebenden der Sevastopol noch die Seegson Syntheten, welche uns das Leben besonders schwer machen werden. Denn wenn das Alien zumeist mit one-hits uns schnell zur Strecke bringt, so haben wir doch gute Möglichkeiten es entweder zu umgehen, abzulenken oder direkt mit Feuer und Flamme (und damit meine ich nicht eine innige Leidenschaft, sondern ein heißer Flammenwerfer oder Molotov-Cocktail) zu verscheuchen. Aber die Syntheten erweisen sich dann doch nochmal als besonders nervige Gegner, denn diese sind zwar nicht so gewitzt wie das Alien, dennoch erwischen diese uns schnell genug und können uns auch in größerer Anzahl wiederum schnell zur Strecke bringen.
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Gott sei Dank gibt es auch gegen dieses Unkraut ein Gift, in dem Fall der Hochspannungsstab oder die EMP Minen, alles gut. Später kommen dann noch eine stärkere Art von Syntheten hinzu, aber auch bei dieser Art gibt es immer noch ein gutes Gegenmittel: eine Bolzenpistole!
In dem Spiel gibt es ein sehr ausgefeiltes Crafting System. In dem Verlauf des Spiels werden wir einige Bauanleitungen finden mit denen wir dann Molotov-Cocktails, EMP-Minen und weitere Gadgets bauen können. Auch ein kleines Medipack als Shotlösung können wir craften. Das müssen wir auch, denn wer nicht viel herumschaut und einige Ecken absucht nach Einzelteilen, der wird schnell feststellen, dass man nicht richtig weiterkommt. Die Gadgets haben definitiv ihre Berechtigung im Spiel und helfen ungemein. Man merkt also, in Alien Isolation gibt es für jedes Problem eine Lösung, bei den menschlichen Gegnern braucht es gar nicht mal so viel, entweder werden diese vom Alien oder den Syntheten direkt ermordet, oder wir lassen sie in die verschiedenen Fallen laufen, in dem Fall direkt das Alien.
Das Spiel will uns überzeugen von der allzeitig um uns herum lauernden Gefahr. Klar, das ist Sinn der Sache, aber auch genauso nonsense. Denn wenn man genau darauf achtet ist man immer dann safe, wenn andere Menschen um uns herum sind. Denn diese werden zuerst angegriffen. Wenn man dieses Muster weiter beachtet fällt auf, das Alien selbst ist nur dann um uns herum und lauert auf uns, wenn wir alleine sind. Das passiert zwar häufig genug, aber so kann man sich schon einmal den Zauber nehmen lassen.
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Wenn das Alien um uns herum ist, lauern (oder kauern) wir nur wie ein Angsthase ständig in Schächten, Schränken oder unter Tischen. Klar, das hält das Alien nicht auf, so muss man sich auch hin und wieder mal im Schrank noch nach hinten schieben und den Atem anhalten, denn ansonsten werden wir trotzdem rausgerissen.
Und dann die Tode… gibt es etwas nervigeres als ein Alien mit Gespür für Dramatik? Denn jedes Mal wenn wir erwischt werden, kriegen wir entweder einen Stachel im Bauch und werden leise mit der Hand von hinten still gehalten frei nach dem Motto: jetzt ist alles vorbei, lass los.
Schön wäre es.
Genauso ist es auch frontal so, dass wir erst gepackt werden und dann langsam in den Rachen des Xenomorphen starren, klar, wir alle wissen wie ikonisch des Alien im Alien ist wie eine Matroschka Puppe und jedes Mal müssen wir uns dieser Animation ergeben, bis wir wieder weiter kommen können.
Das ist MIST! Leute, ich würde mich lieber über einen schnellen Tod freuen, als über diese immer gleich geskriptete Sequenz, denn es langweilt mich. Ich muss also ständig rund 10 Sekunden länger warten als nötig um weiter zu kommen.
Thanks SEGA!
Aber Gott sei Dank gibt es die Möglichkeit, wenn wir schon entdeckt und sicherlich tot sind, auch direkt den letzten Speicherpunkt zu laden. Und da kommen wir auch schon wieder zum nächsten Punkt: Savepoints!
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Diese sind wie unsere Kartenschreiber aufgemacht und brauchen 3 Sekunden, bevor wir das Spiel kurz pausieren und uns entscheiden können, ob wir das Spiel auch ganz sicher speichern wollen. Sollten wir innerhalb dieser drei Sekunden erwischt werden, sind wir sicherlich tot und waren zu unachtsam. Deswegen sollte man immer auf der Hut sein, denn selbst das Speichern ist kein Garant dafür, dass wir auch sicher weiterkommen. Eine Sache die ich wirklich grandios finde, weil ich es wesentlich schwieriger finde noch immer auf dem Laufenden zu bleiben, wann wir das letzte Mal gespeichert haben. Jeder Savepoint ist wie beim extremen Klettern, jeder Haken der gesetzt wird und uns sichert vor einem tiefen Sturz, lässt uns kurzzeitig aufatmen, endlich einen weiteren Abschnitt sicher gemeistert zu haben.
Die Sache ist, es passt zu einer Horror stealth Story. Es ist nichts anderes. Knallhartes Versteckspiel gegen die Aliens und die Syntheten, welche leider etwas die Aufmerksamkeit fort ziehen vom Alien, aber das sorgt für eine gesunde Vielfalt der Gegner. Es gibt sogar ein achievementunlocked dafür, wenn wir in einem Spiellauf keinen Menschen töten oder wenn wir nicht einmal im Spiel von den Syntheten erkannt werden. Die meisten achievements sind aber nur dafür da, dass man die Story Stück für Stück abgeschlossen hat. Also werden die 100% bzw Platinum Hunter zum Glück nur an einer Aufgabe knabbern. Im Verlauf des Spiels nun kriegen wir auch bessere Einsicht zum Alien, etwas Origins Zeit wie die vorherige Mannschaft das Nest gefunden hat und wie sich das Alien auf der Nostromo ausgebreitet hat. Natürlich läuft alles auf eine Katastrophe hinaus, wo uns nichts anderes als die Flucht bleibt, auf der wir nach und nach alle Verbündeten verlieren und am Ende wirklich isoliert sind.
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Es gibt aber auch wirklich stellen die wohl jeder zum Kotzen findet: lang gezogene leere Laufsequenzen. Die gibt es ein paar Mal und gehören für mich zu der Kategorie: kann man machen um das Gefühl von ‚alleine zurückgelassen im Welttraum‘ zu erwecken, aber das spricht auch nur einen recht kleinen sehr offenen Teil der Spieler an, die was damit anfangen können, für alle anderen ist es nur langweiliges langsames Weltraum spazieren. Außerdem gibt es am PC ein paar Bugs und einen Gamebreaker in Mission 16, wo wir unsere Kommunikation Ausrichten sollen. Dort haben wir das Problem, dass unsere Eingabekonsole nicht richtig weiter geht wenn wir die erste der beiden Koordinaten eingestellt haben. Das nervt und viele wollen den eh schon nervigen Part nochmal spielen.
Auch im offiziellem Forum des Spieles gibt es einige Threads mit Beispielen, wo das Spiel nicht erkennt, dass es nun die Story weiterlaufen lassen soll und man so zwar mit einer lang gesuchten Zugangskarte endlich am NPC ankommt und hofft nun weitermachen zu können, aber leider lädt das Spiel nicht weiter. An einer anderen Stelle musste ich aber auch schmunzeln, da ich einen Abschnitt nochmal spielen musste und wusste, dass der NPC mir gegenüber hinter einer Glasscheibe gleich vom Alien angegriffen wird, rannte ich ahnungslos voraus um mir einen Vorteil gegenüber dem Alien zu verschaffen. Leider habe ich nicht mit dem Spiel gerechnet, denn als ich meinen Blick zurück warf zum NPC wurde ich kurzer Hand vom Alien von hinten durchbohrt und so wurde mein törichter Versuch, dem Alien eins auszuwischen indem ich bereits etwas weiter laufe, hart bestraft.
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Ist Alien Isolation nun ein gutes Spiel?
Ich sage ja! Es ist eindeutig ein schönes Spiel mit erstaunlich guter Grafik und einer Atmosphäre die eine unglaubliche Immersion erlaubt. Mit Kopfhörern und dem richtigen Setting, was zum Glück geht, danke Sega, ist auch der Ton in Zusammenarbeit mit dem Soundtrack, der an den richtigen Stellen spannend und aufregend ist, perfekt mit der Optik verschmolzen. Auch die Steuerung ist, wie ich finde, durchgehend gut funktionierend und nicht verwirrend. Einzig bei kleineren Knöpfen, welche eine genaue Präzision verlangen, sind alle Interaktionsobjekte gut zu finden. Ansonsten gibt es beim PC noch die wunderbare Möglichkeit das Sichtfeld zu erhöhen und etwas mehr um sich herum zu sehen. Angenehm, weil man so nicht direkt von allem überrascht werden kann, allerdings nimmt es natürlich auch den Nervenkitzel, das muss man zugeben.
Es ist nur nicht für jedem Spieler gemacht, denn die stealthsequenzen überwiegen stark und die wirklich feine KI des Aliens machen das Spiel bereits auf mittlerer Stufe sehr schwer. Nicht jeder mag so viel schleichen und verstecken, klar später gibt es mehr Möglichkeiten der Gegenwehr, aber die gehen auch schnell aus.
Ich hatte die meiste Zeit keine große Lust auf das Spiel weil ich auch schnell genervt war von den ganzen plötzlichen Toden. Aber wer sich gerne diesem Stress und der Aufgabe stellen mag wird es lieben. Ich gebe dem Spiel hiermit eine Wertung von 7/10, aber mit der Fußnote, dass man wirklich stealth gameplay lieben muss.
Ansonsten würde ich eher davon abraten, weil es doch mehr frustriert als Spaß macht.
Wir bedanken uns bei Hau5test für diese Review zu Alien: Isolation der auch noch ein Video Review für euch hat! >zum Alien<

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