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Call of Duty: Modern Warfare 3 Singleplayer

Es gibt Spiele, die von Anfang an zu begeistern wissen. Andere stellt man ganz fix wieder in die Ecke. Call of Duty: Modern Warfare 3 ist irgendwo dazwischen, man weiß nicht, ob man nun begeistert und zufrieden oder maßlos enttäuscht sein soll. Doch, der Reihe nach.
Kleiner Hinweis: Wir werden an dieser Stelle, wie üblich, keine Details zur Story liefern um denjenigen, die das Spiel noch spielen wollen, nicht den Spaß zu verderben.
Wir würden uns außerdem sehr über eure Eindrücke zum MW3-Singleplayer freuen! Am besten, ihr nutzt dazu unser Forum. Auch zum Multiplayer, den wir zur Zeit testen und eine Review zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen werden, könnt ihr hier schon diskutieren.
Und nun – Viel Spaß beim Lesen des Reviews!
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Story

Vorab darf man getrost sagen: Wer erwartet, dass Modern Warfare 3 besser als Call of Duty 4: Modern Warfare ist, wird ziemlich sicher enttäuscht. Wer aber erwartet, dass das übliche „Nur das Original ist grandios, die Fortsetzungen werden von einem Teil zum nächsten schlechter“ (es sei als Beispiel einmal die Matrix-Reihe genannt), der irrt. Die Story wirkt linearer, zusammenhängender und vor allem auch deutlich aufgeräumter als die von Modern Warfare 2. Sie greift nahtlos an den Vorgänger an und bietet ein paar unvorhergesehene Wendungen, die einen durchaus, nun ja, betroffen machen können. Doch Stopp – Spoilergefahr.

 
Hübsch inszenierte Intros vermitteln einiges an wichtigen Infos zur Story

Es gibt einige Reviews da draußen, in denen man die Frage lesen kann, woher („zum Teufel noch mal!“) denn Yuri herkommt. Solchen Reviews darf man letztlich nicht trauen – sie beweisen, dass der jeweilige Redakteur das Spiel nicht zu Ende oder nicht aufmerksam genug gespielt hat. Yuri ist – da haben betreffende Redakteure Recht – ein neuer Charakter, doch es wird durchaus im Laufe der Story eindeutig erklärt, was Yuri für eine Rolle spielt. Und WIE Infinity Ward und Sledgehammer Games dies umgesetzt haben, ist einfach herrlich.
Die Story ist in der Tat auch weit weniger USA-patriotisch ausgerichtet als es bei MW2 der Fall war. Lediglich in den auf die USA bezogenen Missionen kommt dieser Patriotismus ziemlich prägnant zum Vorschein. Es scheint aber, als wäre die Kritik von damals von den Verantwortlichen ernst genommen worden. Vielleicht auch ein Effekt des globalen Geschehens im Spiel. Wie auch immer – es gefällt.


Abwechslungsreiche Action – Von Helicopter-Minigun bis zu eigentlich für Modern Warfare 2 angekündigten Unterwasser-Mission wird so einiges geboten

Was wieder ein wenig nervt: Allzu oft nimmt Infinity Ward dem Spieler das Zepter aus der Hand und greift scripttechnisch in die Szenerie ein, was den Spielfluss manchmal stocken lässt. Klar dass es ohne kaum geht, doch häufig passiert dies allzu abrupt und unelegant. Auch die verhältnismäßig häufigen Bullettime-Szenen sind wie in den Vorgängern, nun ja, etwas übertrieben und unrealistisch. Schöner wär’s gewesen, wenn dieser Effekt einzig an einer wirklich prägnanten Stelle verwendet worden wäre.
Grundsätzlich aber kann man zur Story selbst wenig bis gar nichts ernsthaft Negatives sagen. Normalerweise würden wir an dieser Stelle auch die Spieldauer von 4 bis 6 Stunden – je nachdem, wie man spielt und welche Erfahrungen man mit Shootern hat – bemängeln. Doch auf Grund des filmischen Charakters des Spiels kann man durchaus behaupten, dass die Spielzeit angemessen ist und man recht anständig unterhalten wird.


Das Script übernimmt das Zepter – Allzu oft greift Infinity Ward ein und nimmt dem Spieler die Möglichkeit zu reagieren. Teils in ziemlich abrupter Art und Weise.

Kleine Randbemerkung vom Autor:
In meinem Fall (tchibomann) waren die vier Stunden sehr angenehm, da ich zurzeit eh nicht allzu viel Zeit erübrigen kann und mich auch schon auf Grund meines Berufes und der Pendlerei abends nicht noch lange konzentrieren kann. Böhse Onkelz, der an diesem Test beteiligt war, bedauert es hingegen, dass die Spielzeit so kurz ausgefallen ist. Es mag also jeder mit der Spielzeit und deren Beurteilung halten wie er möchte – für die abschließende Bewertung des Spiels wird die Spieldauer nicht als ausschlaggebender Faktor herangezogen.

Missionsgeschehen

Eines muss man Infinity Ward und Sledgehammer Games lassen – das Missionsdesign ist deutlich besser als in Modern Warfare 2. Klar, immer noch alles extrem schlauchlevelmäßig, doch andersherum gesehen ist es auch schwer möglich eine Geschichte linear zu erzählen und dem Spieler die Möglichkeit zu geben flexiblere Laufwege nutzen zu können.


Stimmungsgeladen: Man sieht – dass man manchmal gar nichts sieht. Wo könnte hier der nächste Gegner lauern? AH! Da… Verdammt… Zu spät gesehen.

Das Spiel bietet dennoch irgendwie von allem etwas: Von geradezu langweiligem Design bis hin zu beklemmender Stimmung. Von halbwegs freiem Feld bis hin zu engen Tunnels und komplett zerstörten Gebäuden, die kurz vor dem Einsturz sind. Insgesamt gefällt uns das Missionsgeschehen sehr.

Effekte und Grafik

Nun, der wirklich größte Kritikpunkt ist die schwache Grafik. Es ist massiv ärgerlich, dass Activision sich nicht endlich dazu durchringt eine moderne Engine zu verwenden. Es wird – verdammtnochmal! – endlich Zeit für DirectX 10. Mindestens! Allerdings, seien wir realistisch: Dieser Wunsch wird uns unter Garantie lange Zeit verwehrt bleiben. Und es wird der Grund sein, warum wir Call of Duty niemals die Bestnote vergeben werden – egal, ob die Story nun der absolute Oberhammer ist oder nicht.


Fernsicht hui, nahsicht pfui. Wenn man vom eigenen Avatar absieht – Verwaschene Texturen im Nahbereich, halbwegs scharfe im Fernbereich. Und das Flugzeug schaut von innen doch ein wenig billig aus – so ganz und gar nicht Präsidenten-like.

Man merkt der Quake 3 Engine – auch wenn sie von Infinity Ward bekanntermaßen massiv aufgebohrt wurde und ihr einen eigenen Namen verpasst hat – an, dass sie einiges an Jahren auf dem Buckel hat. Schwache, matschige Texturen sind einfach uncool. Uncool sind auch grobkantige Objekte. Oder Löcher in Mauern, die im Grunde aus 5, 6 groben Kanten bestehen und so weiter.
Auch an einigen Effekten merkt man die betagte Engine. Dennoch sind diese immer noch vergleichsweise gut und auch nicht übertrieben eingesetzt. Lediglich das Wackeln der eigenen Sicht wird teils zu extrem verwendet.

Soundgeschehen

Der Sound ist ebenfalls im Vergleich zum Vorgänger besser. Zwar gibt es an einigen Stellen wieder zu viel davon, was es dann wieder schwierig macht zu differenzieren, von wo aus man nun beschossen wird – doch im Großen und Ganzen kann man wieder von einer soliden Soundkulisse sprechen. Gut, dass die Waffen, die man selbst abfeuert, wieder unnatürlich kraftvoll klingen, lassen wir mal außen vor, das sei einfach mal der Dramatik geschuldet.

Physik, Animation und Co.

Von Physik braucht man nicht sprechen. Hier laufen (wie immer) viele Scripte. Kleine Objekte verhalten sich physikalisch halbwegs korrekt, alles was darüber hinaus geht ist jedoch vorab fest animiert. Stichwort Paris – einfach die Mission zwei, drei Mal hintereinander spielen und auf den Eiffelturm achten.
Autos explodieren genauso wie in Call of Duty 4. Die Hühner bewegen sich exakt genauso wie in Modern Warfare 2 – auch dann, wenn sie von Kugeln getroffen werden. Und natürlich alle exakt gleich, es gibt keine Variationen. Ragdolls wurden auch genauso wenig überarbeitet wie das Laufverhalten der Gegner und Kameraden. Es ist schade, dass physikalisch gesehen praktisch gar kein Fortschritt zu bemerken ist.
Die Waffenphysik ist eine Sache für sich. Man kann alle Waffen einmal durchprobieren – doch man hat irgendwie immer das Gefühl dieselbe Waffe in der Hand zu halten wie vorher. Sie unterscheiden sich in aller Regel nur minimal voneinander. Man hat nie das Gefühl nach einer besseren Waffe Ausschau halten zu wollen. Höchstens zu müssen, wenn einem die Munition dann doch mal ausgehen sollte. Schade.

KI

Die künstliche Intelligenz aka Freund und Feind ist, gelinde gesagt, Mittelmaß – selbstredend ausprobiert im mittleren Schwierigkeitsgrad. Das ist oft auch das Problem an gescripteten Abläufen. Es kommen Horden an Feinden, die nach gewissen festgelegten und begrenzt vorhandenen Mustern handeln. Mal wird man selbst massiv unter Feuer genommen und die eigenen Kameraden lassen einen komplett in Stich, mal kann man quasi unbehelligt hinter die feindlichen Linien spazieren – wenn da nicht jemand wie aus dem Nichts einem einen Kolben in die Fresse knallt. Auch das ist leider nur gescriptet und passiert IMMER, damit man eben nicht hinter die feindliche Linie kommt. Sehr schade – so macht ein taktisches Vorgehen einfach keinen Spaß. Andere Lösungen, die das ganze etwas variabler gestalten wären durchaus wünschenswert…


Patriotismus: Gewisse Parallelen zu 9/11 sind sicher nicht ungewollt.

Dumm auch, dass man irgendeinen Trigger auslösen muss, um weiter zu kommen. In einem Parkhaus beispielsweise (ganz nebenbei, eine sehr witzig umgesetzte Sache – ein Panzer hat halt nix im Parkhaus verloren) hockten die Kollegen hinter den dort parkenden Fahrzeugen. Man sollte Sandman folgen – täte man das, stünde man dort jedoch bis in alle Ewigkeit. Man musste (zumindest in unserem Fall) selbst mutig voraus gehen, damit es endlich weiter ging.
Was teilweise doch etwas verwundert: Mal kann man da, wo man eigentlich nicht gesehen werden sollte, direkt vor dem Gegner stehen – und er sieht einen nicht. In einer anderen Mission aber reicht es schon vom Lichtkegel gestreift zu werden und hat komplett verloren. Schade, dass hier keine strikte Linie verfolgt wird.
Man muss aber auch sagen, dass man schon schlechtere KI-Kollegen/Feinde gesehen hat, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Call of Duty Reihe.

Fazit

Was definitiv nicht gefällt, ist die altbackene Grafik und die mangelnde Physik – es ist absolut unverständlich, warum Activision wider besseres Wissen weiter auf veraltete Technik setzt. Eine neue Engine mit besseren Effekt- und Physikmöglichkeiten und besserer Grafik würde der eingestaubten Call of Duty Reihe in jedem Fall gut tun und unter Garantie auch mehr zufriedene Kunden zur Folge haben, da die Story sich so mit wesentlich besseren Effekten und Möglichkeiten intensivieren ließe.
Die Story weiß mit ihren Wendungen und der gut zu verfolgenden Fortsetzung der vorausgegangenen Geschichte durchaus ebenso zu gefallen wie die recht angenehme Spieldauer. Klar sind vier bis sechs Stunden nicht viel – doch man wird zum einen ganz gut unterhalten, zum anderen würde eine längere Spieldauer dem filmischen Charakter nicht unbedingt zuträglich sein.


Der Price ist heiss – Die wohl wichtigste und mysteriöseste Figur in Call of Duty. Und dieses mal… Nein, Spoiler.

Anfangs haben wir gefragt, ob nicht zu viele Köche den Brei verderben. Sagt man ja so. In diesem Fall liefern Infinity Ward und Sledgehammer Games alles in Allem gesehen einen überraschend soliden Singleplayer ab, der zwar weder total begeistert, noch maßlos enttäuscht. Den einen fesselt es, den anderen unterhält es, und die anderen meckern im Grunde auch schon auf einem recht hohen Niveau – denn wirklich ernsthaft gravierende Fehler konnten wir nicht wirklich finden.
Wir denken, dass beide Studios eine gemeinsame Zukunft haben werden. Wir sind gespannt, wohin sie uns das nächste Mal führen werden, denn – auch wenn wir ausnahmsweise etwas spoilern – die ein oder andere Wendung und auch die letzte Mission von Modern Warfare 3 deuten darauf hin, dass es keine Fortsetzung der Modern Warfare-Reihe geben wird. Es fehlt dazu das obligatorische offene Ende…

Bildergalerie

Für die vollständige Bildergalerie klicke bitte auf das folgende Bild.


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