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Homefront – Singleplayer Review

Homefront soll – zumindest wenn es nach den Entwicklern und Publisher THQ geht – in der Schlacht um die Shooterkrone mitmischen. Ob es das schafft, wollen wir in unserem kurzen Test mal untersuchen. Den Anfang macht heute der Einzelspielermodus.

Bekanntes Szenario neu verpackt

Bevor es konkret um den Einzelspieler geht, eine kleine Einleitung in die Story. Diese spielt in den Vereinigten Staaten im Jahre 2027. Das Vereinigte Korea ist in den USA eingefallen und hält diese besetzt. Die US-Army ist aufgrund eines über dem Land ausgelösten EMP (Elektromagnetischer Puls) praktisch wehrlos und konnte bei der Invasion nur zusehen. Regional bilden sich Widerstandsgruppen, die gegen die Koreaner kämpfen und sich der Besetzung widersetzen. Der Spieler steuert den Protagonisten Robert Jacobs, der eher unfreiwillig in den Widerstand gerät. Besetzung der USA? Widerstandsgruppen? Böse Besatzer? Alles Dinge, die euch irgendwie bekannt vorkommen? Dann habt ihr bestimmt schon einmal den Film „Red Dawn“ (dt. Titel „Die Rote Flut“) gesehen. Sowohl die Story vom Film, als auch die Story vom Spiel stammen von John Milius. Bei dem Film handelt es sich allerdings – aufgrund des Kalten Kriegs – um Russen und Kubaner, die in den USA einfallen. Nichtsdestotrotz ist die Story solide aufgebaut. Kaos Studios und Milius haben nämlich in Zusammenarbeit mit einem ehemaligen CIA-Mitarbeiter eine komplett fiktionale Zeitleiste gebaut, wie es 2025 zur Invasion kam.

Deine DVD ist mir egal, ich muss laden!

Da Homefront auf Steam setzt, reicht eigentlich der beiliegende Key aus um Homefront über Valves Plattform herunterzuladen. Allerdings ist das Spiel neun Gigabyte groß, also kein wirklicher Spaß zum Herunterladen, sofern man nicht eine schnelle Leitung besitzt. Also rein mit der DVD ins Laufwerk und von dort installiert. Tja, pwned! Bei der Installation wurden von den 7,5 technisch möglichen GB der DVD (8,5 bei Double Layer DVDs) nur etwa fünf installiert. Die restlichen vier zieht sich das Spiel über Steam. Vier sind zwar weniger als neun, aber auch vier Gigabyte sind mit einer langsamen DSL 2000er Leitung kein wirklicher Spaß. Vor allen Dingen am Tag der Veröffentlichung, an dem erfahrungsgemäß die Server erst einmal vollkommen überlastet sind (und das auch waren). Da half nur den Downloadort auf Großbritannien zu stellen, wo das Spiel erst zwei Tage nach uns veröffentlicht wurde und die Server dementsprechend leer waren.

Let the story begin

Installation abgeschlossen, los geht’s! Das Spiel beginnt mit einem kleinen Wettlauf um eure Person. Sowohl Koreaner, als auch die lokale Widerstandsgruppe wollen euch haben. Warum erfährt man erst einmal nicht. Die Koreaner gewinnen zunächst, da sie den Protagonisten direkt aus seinem Zuhause abholen um ihn dann in einem Bus abzutransportieren.
2011-03-16_00007Bereits an dieser Stelle erlebt man eine dieser Schlüsselszenen, die die Entwickler als „Darum kämpfe ich!“ Szene beschreiben. Kaos möchte nämlich nicht, dass der Spieler einfach ohne Nachzudenken von Anfang bis Ende durch die Level rennt, sondern die Entwickler möchten die Spieler auf einer emotionalen Ebene erreichen, die dazu führt, dass der Spieler „überzeugt“ ist, von dem was er macht. Gleich am Anfang, startet man einen ersten Versuch der Überzeugung.

Letztendlich gewinnt der Widerstand den Wettlauf und man erfährt, dass der Protagonist irgendwie wichtig ist. Warum genau er befreit wurde oder warum er wichtig ist, erfährt man nur beiläufig in einer der späteren Missionen.
Charakteristisch für Homefront ist nämlich, dass das komplette Spiel ohne gerenderte Zwischensequenzen auskommt und die gesamte Story in gescripteten Sequenzen und in Spielgrafik erzählt wird. Interessant ist dabei auch, dass das komplette Spiel fast ohne Ladesequenzen auskommt. Lediglich zwischen den einzelnen Kapiteln – von denen es insgesamt sieben gibt – muss geladen werden.
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Mit diesen sieben Kapiteln kommt man auf gerade einmal fünf Stunden Spielzeit. Das Ende kommt schnell, im ersten Moment sogar sehr unerwartet. Mein erster Gedanke beim Ablaufen der Credits war „Das war’s schon?“. Während man spielt, wird die eigentliche Story eigentlich kaum voran getrieben, was wohl daran liegen mag, dass Homefront gleich als mehrteiliges Franchise geplant wurde. Hat man, wie ich, auch noch zusätzlich das Buch „Voice of Freedom“ (ebenfalls von John Milius geschrieben) gelesen (bislang nur in englischer Sprache verfügbar), dann wirkt das Ende besonders befremdlich.
!!![SPOILER]!!!
Am Ende stürmt man zusammen mit Teilen der US-Armee die Stadt San Francisco. Der Angriff läuft dabei über die Golden Gate Bridge. In dem Buch wird San Francisco aber als Hauptquartier der koreanischen Besatzungstruppen beschrieben. Wie kann eine versprengte Armee, die kaum miteinander kommunizieren kann und materiell unterlegen ist, plötzlich das Hauptquartier der Besatzungstruppen angreifen? Angenommen der Angriff ist erfolgreich und das Hauptquartier wird zerstört. Dann wäre die Besatzung praktisch gebrochen und das komplette Szenario beendet.
!!![/SPOILER]!!!
Andererseits ist man auch ein wenig froh. Das Leveldesign ist nämlich so schlauchartig, dass man manchmal das Gefühl hat, wieder Call of Duty 1 zu spielen, wo es in jedem Level nur einen möglichen Weg zum Ziel gibt.
2011-03-16_00002Jede noch so kleine Ecke, die man aufgrund von herumliegenden Zeitschriften – die die Entwicklung bis zum Jahr 2027 jeweils mit einem kleinen Artikel näher bringen – absucht, wurde mit Hilfe von unsichtbaren Sperren unüberwindbar gestaltet. Ihr glaubt, ihr könntet mit dem Typen auf dem rechten Bild hier reden? Weit gefehlt! Die Tomatenstauben sind so kräftig, dass ihr nicht daran vorbei kommt.
2011-03-16_00015Außerdem sind der Großteil der Missionen prinzipiell gleich aufgebaut: Folge XY, töte alle Gegner. Kaos wollte sich gerade bei den Missionen von den Konkurrenten absetzen, hat das in diesem Punkt aber leider nicht ganz geschafft. Einzelne Missionen enthalten zwar ab und zu ein wenig Abwechslung, z.B. wenn man durch ein feindliches Lager schleichen muss, ohne entdeckt zu werden, aber selbst diese Passagen sind überhaupt kein Problem, da sie vollständig über Scripte funktionieren. Läuft man also erst los, wenn einem gesagt wird, dass man loslaufen soll, wird man auch nicht entdeckt. À propos Skripte: Die Skripte nerven stellenweise sogar. Nämlich immer dann, wenn es darum geht durch Türen zu laufen oder an Leitern herauf- oder herunterzuklettern. Der Spieler ist nämlich grundsätzlich der Letzte und muss warten, bis die KI Kollegen fertig sind.
2011-03-16_00010Für eine wirkliche Zäsur im Spielfluss sorgen immer wieder kleine Momente innerhalb der Missionen, wenn man zum Beispiel durch ein Internierungslager läuft, das mal ein Football Stadion war und einer eurer Mitstreiter von einem kleinen Jungen angebettelt wird, ihm doch etwas zu Essen zu geben. Die oben gezeigte erste Szene des Spiels ist selbstverständlich nicht die einzige, die in euch das Gefühl „Darum kämpfe ich!“ wecken soll. Kaos hat mehrere davon in das Spiel eingebaut und einige gehen davon wirklich tief unter die Haut. Die Szenen wirken schockierend, aber nicht skandalös. Die Entwickler schaffen es durchaus zu zeigen, was eine brutale Besatzung für die Gesellschaft und insbesondere den Zivilisten bedeuten kann.
An jeder Stelle passend ist der Soundtrack des Spiels. Hören sich die Waffensounds und deutschen Sprecher teilweise blechern und unmotiviert an, macht der Soundtrack durch die Bank einen richtig guten Job. Jede Mission und Situation sind mit passender Musik untermalt, insbesondere bei den schockierenden Momenten.
Erfreulich ist allerdings, dass man wirklich merkt, nicht alleine unterwegs zu sein. Alle Missionen werden nämlich zusammen mit den restlichen Mitgliedern der Widerstandsgruppe erledigt. Und die können wirklich schießen! Bei anderen Shootern bekommt man nur zu häufig das Gefühl, dass die KI Kollegen nur nettes Beiwerk sind um den Spieler nicht im Alleingang durch die Level laufen zu lassen. Das äußert sich in dem meisten Fällen darin, dass KI Kollegen zwar auf den Feind schießen, in ihre Magazine aber scheinbar nur Platzpatronen geladen haben, dem Spieler beim Bekämpfen der Gegner also überhaupt keine Hilfe sind. Homefront ist hier anders. Die Kollegen können schießen und erledigen auch wirklich den ein oder anderen Gegner.

Fazit

Der Einzelspielermodus an sich ist eher durchschnittlich. Fünf Stunden sind für eine Einzelspielerkampagne eindeutig zu kurz. Auch die komplett gescripteten Leveldesigns sind nicht mehr wirklich zeitgemäß.
Kaos Studios hat mit seinem alternativen Universum aber ein durchaus solides Fundament für zukünftige spannende Kampagnen errichtet. Was man auch nicht vergessen darf ist, dass Homefront nach Frontlines: Fuel of War erst das zweite Spiel von Kaos ist, den Entwicklern also die jahrelange Erfahrung fehlt, die Infinity Ward, Treyarch und DICE mit ihren Shootern gemacht haben.

Bildergalerie

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