Quakecon: …und was macht Respawn Entertainment? Engine suchen!

Jason West und Vince Zampella sind Pioniere. Sie haben Call of Duty erschaffen. Doch, seit der Entbindung ihrer Pflichten bei Infinity Ward durch Activision ist es etwas ruhiger um und für sie geworden. Auf der vor wenigen Tagen beendeten Quakecon jedoch meldeten sie sich zu Wort.
Die Ankündigung, dass West und Zampella auf der Quakecon sprechen würden, sorgte im Vorfeld schon für wilde Spekulationen: Werden sie im Rahmen ihres neu gegründeten Studios ihr erstes Game ankündigen?
Leider nein, hier hielten sich beide sehr bedeckt. Stattdessen plauderten beide auf die Frage, welche Engine sie sich für ihr erstes Respawn-Game ausgesucht haben, munter darauf los, dass noch nichts fest stünde. Sie wollen jedoch nicht das Rad neu erfinden und sich auch nicht allzu lange einarbeiten müssen, weswegen sie sich zwar diverse Engines anschauen um allen Entwicklern solcher Tools eine Chance zu geben. Doch sie liebäugeln eher mit altbekanntem: Wenn es nach West und Zampella geht, würde id Software den Zuschlag bekommen.
Doch, wie die gut informierten Kollegen von Eurogamer erfahren haben, will id Software eigentlich seine id Tech 5 Engine nicht an Fremdentwickler lizensieren. Ihre Engine soll im Hause des Publishers Bethesda verweilen. Das Problem dabei ist, dass Respawn Entertainment schon einen Vertriebspartner hat, nämlich niemand geringeren als Electronic Arts. Bliebe nur die Möglichkeit eine andere Gameengine zu wählen oder, oder – wie es beim Spiel Rage geschehen ist – den Publishing-Vertrag aufzulösen.
Es wurde jedoch nicht nur über die Engine gesprochen. Auf die Frage eines Besuchers der Quakecon, wie es denn sei, dass ihr eigenes Spiel – Call of Duty – vom der Konkurrenz fortgeführt wird, schlug West die Hände vor den Kopf. Infinity Ward und Treyarch waren nie wirklich miteinander warm geworden, so stellte Infinity Ward dem Konkurrenten auch nur ihre halbgare Alphaversion der Call of Duty 4 Engine für World at War zur Verfügung. Doch statt irgendwelche Sticheleien zeigten sich beide recht froh: So seien sie nicht mehr unter Zeitdruck durch die kurzen Releaseabstände der einzelnen Call of Duty Titeln. Sie wollen sich auf ihren gewohnten Rhytmus einlassen: Alle 2-3 Jahre ein neues Spiel. Außerdem freuen sie sich, dass sie ihr Spiel nun auch besser und über eine längere Zeit werden supporten können.
West und Zampella konnten allerdings nicht auf eine Schelte verzichten. Sie fänden es unangemessen, dass viele Spieleredakteure sich die Games nicht genau anschauen und schon vor dem Ende des Spiels ihr Fazit ziehen. Das sei unfair, so West. Und dem können wir an dieser Stelle nur beipflichten. War hat sich in den letzten Jahren die Recherche gebessert, aber sie ist überwiegend weit weg vom Optimum. Wie sonst kann man sich Bestnoten für Modern Warfare 2 erklären, die niemals zustande gekommen wären, würde das Spiel als Ganzes betrachtet werden? Ähnlicher Meinung ist übrigends auch Bethesdas Todd Howard.
Und da wir uns in der Hinsicht nichts vorzuwerfen haben, wünschen wir Respawn frohes Schaffen und viel Glück bei der Wahl der Engine – wir werden ein Auge auf euch haben.

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