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Medal of Honor Multiplayer Review

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Allgemeines

Für gewöhnlich entwickelt das Studio beide Teile des Spiels, Singleplayer als auch Multiplayer. In diesem Fall ist das ausnahmsweise nicht so und birgt damit bewusst auch die Gefahr, dass beide Parts absolut nicht zueinander passen. DICE – Digital Illusions CE, unter anderen verantwortlich für die Battlefield-Serie – entwickelt mit ihrer Frostbite-Engine den Multiplayer-Part von Medal of Honor.

Dadurch, dass zwei Studios am Spiel arbeiten, war von vornherein davon auszugehen, dass sich beide Teile des Spiels entsprechend gegensätzlich verhalten und beide Teile ihr ganz eigenes Flair bieten werden. Neben den krassen technischen Unterschieden gibt es eine weitere, nennenswerte Abweichung: Die Gegner der amerikanischen Militärs heißen nicht wie im Singleplayer „Taliban“, sondern „OpFor“, ein Zugeständnis seitens EA an die massiv schallende Kritik diverser Organisationen und Militärangehörigen, die sich gegen die Benennung des gegnerischen Teams auflehnten.

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Spielsuche leichtgemacht: Spielersuche auswählen, dann bevorzugten Spieltyp wählen und los geht’s! Und wer ein bestimmtes Spiel sucht, der kann den Serverbrowser nutzen.

Ausgeliefert wird Medal of Honor Multiplayer mit vier verschiedenen Spieltypen, namentlich „Ziel-Raid“, „Sektorenkontrolle“, „Sturmlauf“ (oder auch Team-Deathmatch) und „Kampfeinsatz“, einem missionsbasierten Spielmodus, sowie acht verschiedene Spielwiesen.

Grafik, Licht und Physik

Die Grafik ist durchweg besser als die des Singleplayers, Schattenwurf, Licht, Texturen – alles durchaus qualitativer. Physikalische Effekte findet man ebenfalls, auch wenn sie im Vergleich zu Battlefield: Bad Company 2 fast schon lächerlich spärlich daher kommen.

Und leider waren das auch schon alle positiven Eigenschaften, denn nicht selten kommt es vor, dass der Schatten eines Gegners durch feste Gegenstände oder Wände hindurch scheint. Leider lässt sich das auch nicht reproduzieren, es tritt sporadisch auf. Es gibt auch einige andere Grafikfehler, die ähnlich denen des Singleplayers sind, beispielsweise Lichtstrahlen durch feste Gegenstände hindurch.


Im Vergleich zum Singleplayer eine durchaus bessere Grafik

Die Physik ist wie erwähnt bestenfalls spärlich vorhanden, doch sie gibt es wenigstens. Aufgefallen ist uns nur, dass Schüsse auf Holz und andere Gegenstände erst eine Sekunde später Auswirkungen zeigen und deren Effekte auch eher absolut unrealistisch wirken. Als Beispiel seien Gartenstühle und Holzpaletten genannt, die nach zwei bis vier Schuss regelrecht zerplatzen.


Wo zum Henker ist der Gegner? Man sieht nix, wird trotzdem getroffen – ein extrem häufiges Phänomen, man liegt am Boden.

Ein weiteres „Problem“ ist, dass sich die Avatare der Spieler nur sehr gering unterscheiden und auf Distanz sogar sehr extrem mit der Umgebung verschmelzen, oftmals ist der Gegner nicht einmal auf 100 Metern ausreichend gut zu erkennen. Das wird insbesondere mit der Umgebungsgestaltung ein ganz wesentliches Problem. Über diesen Punkt kann man jedoch auch vortrefflich streiten, denn es tut dem Realismus durchaus gut, das Problem entsteht vor allem dadurch, dass Medal of Honor eine ganz andere Zielgruppe ansprechen will als jene, die diese Art Realismus schätzen würden.

Umgebungsgestaltung

Prinzipiell sind alle Maps optisch nett gestaltet, meistens angemessen groß und detailliert, allerdings bemerkt man bei genauerem Hinschauen auch, dass sich die meisten Spielwiesen nur recht wenig voneinander unterscheiden, einige sogar viele Gemeinsamkeiten besitzen, wie beispielsweise Häuser, die sich kaum voneinander unterscheiden.


Glückstreffer.

Großes Manko der meisten Spielflächen: Sie sind extrem verwinkelt, durch den recht hohen Detailgrad häufig unübersichtlich und haben häufig Stellen, an denen ein gewisser Engpass entsteht. Es ist für das Team, welches am schnellsten gewisse Schlüsselpunkte erreicht, möglich die Spielfläche derart dicht zu machen, dass das gegnerische Team keine Chance mehr hat. Das alles lädt die anwesenden Spieler überwiegend zum campen ein.

Gameplay

Vorweg: gerade dieser Punkt ist geprägt vom eigenen Geschmack. Dennoch sind wir übereinstimmend davon überzeugt, dass hier viel zu viele Battlefield-Gene enthalten sind. Die Steuerung ist indirekt, sehr schwammig und absolut unangenehm. Ein Beispiel: Sprintet man, kann man die Tasten W und A/D nicht gleichzeitig benutzen, sondern muss zur Richtungsänderung die Maus bewegen. Die Folge: Der Lauf ist extrem „ellipsenartig“ und nicht „rundlich“. Zwar werden Fans von Battlefield kein Problem mit dieser Steuerung haben, dennoch betrachten wir sie als absolut ungeeignet für gutes Gameplay, denn sie macht es einem erstmal schwer auf veränderte Situationen angemessen schnell zu reagieren, beispielsweise einen plötzlich auftauchenden Gegner.  Im Singleplayer ist die Steuerung des eigenen Konterfeis genau so, wie man es bei einem Shooter erwarten kann, im Multiplayer muss man sich heftig an das besondere Gameplay gewöhnen. Manch einer wird sich womöglich schnell damit anfreunden können – wer aber das Gameplay von Call of Duty liebt und dies (wie wir auch) als das nonplusultra bezeichnet, der wird sich hiermit potentiell schwer tun.


Die nun folgenden sechs Bilder sind ganz ehrlich…

Ebenfalls fehlen sowohl die Lehn-Funktion, als auch das Hinlegen. Denn: Viele Deckungen sind schlicht und ergreifend zu niedrig für das reine hinhocken – der Kopf ragt über vermeintlich gute Deckungen hinaus und man wird unweigerlich vom Gegner umgehauen. Außerdem fragen wir uns, ob es Sinn macht einem Sniper nicht die Möglichkeit zu geben sich flach auf den Boden zu legen – es kann uns keiner Weis machen, dass in der Realität die Scharfschützen lieber aus der Hocke schießen, zumal es im Singleplayer korrekt umgesetzt wurde.


…innerhalb von einer einzigen…

Die fehlende Killcam fördert  das Campen genauso stark wie die vielen verwinkelten Ecken der Spielwiesen. Es ist auf Dauer sehr frustrierend nicht zu wissen, wo der Gegner war, der einen weggeholt hat. Klar, bei Medal of Honor soll der Realismus zur Geltung kommen – doch da gibt es andere, weit wichtigere Baustellen die umgesetzt werden könnten, beispielsweise der Drop von Kugeln, hinlegen, lehnen… Die Killcam ist einfach ein Muss bei einem Shooter, Realismus hin oder her.


…Minute geschossen worden. Alles direkte Spawnkills. Teilweise gehen solche Spawnkillserien über Minuten hinweg so weiter, ein Thema, das heutzutage keines mehr sein darf!

Die Spawnpunkte sind ebenfalls ein absolut schwerwiegender Kritikpunkt, eigentlich gar ein Tod-Kriterium, im wahrsten Sinn. Medal of Honor schafft es tatsächlich die Spieler 10x hintereinander an derselben Stelle joinen zu lassen. Dumm dabei ist, dass praktisch alle Einstiegspunkte ungedeckt sind – der Spieler ist auf dem Präsentierteller und wird im schlimmsten und überhaupt nicht seltenen Fall auch 10x hintereinander weggeholt. Ein absolutes No-Go, das darf heutzutage nach all den verkauften Shootern und den Erfahrungen daraus keinesfalls mehr vorkommen!

 

Waffen

Die Waffenauswahl ist definitiv vom Start weg zu gering, selbst wenn man die Limited Edition und damit schon drei zusätzliche Waffen freigeschaltet bekommen hat. Die erste selbst errungene Waffe kommt zwar recht flott, doch dann zieht es sich eine ganze Weile hin, bis man wieder eine neue Waffe freigespielt hat. Bis dahin kommen nur die üblichen Upgrades dieser Waffe hinzu.

Ganz immenses Manko ist, dass sämtliche Waffen kaum einen Rückstoß aufweisen, und damit der komplette Lerneffekt wegbleibt [Anm.: Dies war zumindest bis Patch 1 der Fall]. Das ist zwar gut für Anfänger, jedoch schlecht für diejenigen, die häufiger zocken, da einem auf Dauer auch schnell die Lust vergeht, wenn man kaum „arbeiten“ und Erfahrung sammeln muss für einen Abschuss.

Der fehlende Drop der Kugeln macht das spielen ebenfalls extrem simpel, gut für Anfänger, schlecht für Spieler, die häufiger spielen. Das Problem dabei ist, dass die meisten Waffen in diesem Multiplayer eine Präzision und Reichweite besitzen, die ausreicht einmal quer über die Spielfläche zu schießen und den Gegner tödlich zu treffen, was eigentlich nur den Snipern vorbehalten bleiben sollte.


Ingame-Statistik: Trotz schlechtem K/D-Verhältnis ordentliche Punktzahl. Das Gegnerische Team hatte überwiegend Scharfschützengewehre…

Die Scharfschützengewehre sind – darüber kann man gegebenenfalls auch streiten – zu präzise und zu mächtig. Das Problem an der Sache ist, dass dies in Kombination mit fehlender Killcam, verwinkelten Spielflächen und extrem schwer auszumachender Gegner die Spielbalance massiv stört, da es geradezu zum campen verführt. Doch auch im Nahkampf ist es übel, dass lediglich ein Schuss aus dem Scharfschützengewehr frei aus der Hüfte abgefeuert einen Gegner in aller Regel sofort umnietet, während man mit einer AK beispielsweise zwischen 3 und 6 Schuss benötigt.

Belohnungen und Teamplay

Was im Vergleich zu anderen Shootern wirklich gut gelungen ist, ist die Belohnung der Spieleraktionen. Defensive Spieler bekommen durch Supportaktionen genauso schnell und reichlich „Erfahrungspunkte“ wie jene, die nur wild drauf losballern und einen „Headshot“ nach dem anderen hinlegen. Auch das Teamplay kommt besser zur Geltung und gewinnt auch an Bedeutung – doch hängt es ebenso auch wieder an den Spielern auf dem Schlachtfeld.

Bugs?

Das irrwitzige ist eigentlich, dass dieser Multiplayer in technischer Sicht bisher eigentlich weitgehend unauffällig ist, zumindest ist uns nichts Gravierendes aufgefallen. Wurde man bei der Beta noch häufig vom Server verwiesen, hatte Abstürze ohne Ende und andere Kinderkrankheiten, ist dieser Multiplayer von Release an weitgehend brauchbar und stabil. Richtig erklären können wir uns das eigentlich nicht, wir hatten mit größeren Problemen gerechnet. Auch mit Blick auf die „Konkurrenz“ ist der Eindruck aus technischer Sicht ausgereifter als Modern Warfare 2 und Bad Company 2 in den ersten Tagen nach Veröffentlichung. Lediglich ein kleiner Patch nach Veröffentlichung von Medal of Honor behob den ein oder andren kleinen Fehler.

Fazit Multiplayer

Es fällt uns schwer ein wirklich eindeutiges Fazit zu ziehen, denn einerseits macht der MP einiges richtig und macht über wenn auch kurze Strecken durchaus Spaß, andererseits ist einiges dermaßen gravierend misslungen, dass man den Multiplayer eigentlich nicht weiterempfehlen kann. Auf der einen Seite bietet der Multiplayer ein wirklich gutes Aussehen, optisch gut aussehende Spielflächen und auch den wirklich netten Spieltyp „Kampfeinsatz“, auf der anderen Seite kopiert der Multiplayer ziemlich schlecht die großen Konkurrenten Battlefield: Bad Company 2 und Modern Warfare 2. Für wen also könnte der Multiplayer denn nun interessant sein?

Für jene, die von Medal of Honor Realismus und (überwiegend) bedingungslosen Anspruch erwarten, ist der Multiplayer definitiv keine Wahl, denn dazu fehlen einfach zu viele wichtige Steuerelemente wie das Lehnen, Hinlegen und die Killcam um Camping zu vermeiden – und auch Bulletdrop und Waffenrückstoß fehlen, die normalerweise dazu anspornen sollen seine Waffe in und auswendig zu lernen. Das einzig Positive für diese Art von Spielern jedoch ist, dass die Gegner schwerer zu entdecken sind.

Für absolute Puristen, die keinen Wert auf eine Killcam legen und sowieso nur mit wenigen Waffen spielen und auf Schnickschnack verzichten und jene, die vor allem einen auf Scharfschütze machen wollen, ist der MP durchaus genauso geeignet wie für solche Spieler, die eine Mischung von Anspruchslosigkeit und Anspruch mögen. Solls ja auch geben.

Für jene, die eher ein kurzes Ründchen nach der Arbeit spielen wollen und Wert auf überwiegend einfach zu bedienende Waffen  legen und es als nicht unbedingt störend empfinden häufiger am Stück abgeschossen zu werden – für die könnte ein Blick durchaus Wert sein.

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Über shadesofmett

Seit 2004 bei der Infobase. Dank der Infobase seit 2011 als Softwareentwickler in der Webanwendung tätig – ohne sonstige Ausbildung. Leidenschaftlicher Fotograf, freiberuflich tätig unter anderem für Hamburg.de. Zuständig bei der Infobase für die Technik und Design sowie als Berater. Ebenso ab und an Redaktionell und als Fotograf.

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